So richtest du ein Recommerce-Business auf Shopify ein

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So richtest du ein Recommerce-Business auf Shopify ein
Inhaltsverzeichnis

TL;DR

A recommerce business on Shopify sells pre-owned, returned, refurbished, or upcycled products, and Shopify is a strong platform for launching one quickly. The key to success is not just store setup, but clear condition grading, honest photography, strong returns and authenticity policies, and tight inventory control for one-off items. Start lean with a free theme, Basic Shopify, and a small number of well-presented listings, then scale once you know which products and sourcing channels convert best.

Buzzwords gibt es in jeder Branche. Manche sind nur ein kurzfristiger Hype für eine Sales- oder Marketingkampagne, andere ergeben absolut Sinn. Recommerce ist eines davon – und zwar aus gutem Grund.

Bei allem, was mit „re“ beginnt, denken wir meist an wiederholen, neu machen, erneut abspielen, antworten und so weiter. Wenn Commerce und eCommerce der Verkauf von etwas sind, dann bedeutet Recommerce, es erneut zu verkaufen, richtig? Genau.

Recommerce ist der Wiederverkauf von Artikeln, die zuvor bereits verkauft wurden. Ergibt. absolut. Sinn.

Kleine Randnotiz: Ursprünglich stammt der Begriff von „reverse commerce“, aber ich finde, die Erklärung über diesen Ursprung ist verwirrender als die Herleitung oben.

Nachdem das geklärt ist, schauen wir uns genauer an, was das konkret bedeutet – und wie du von diesem Vertriebskanal profitieren kannst. Im Jahr 2025 erlebt der Recommerce-Markt ein explosives Wachstum: Der globale Secondhand-Markt soll bis 2029 voraussichtlich 367 Milliarden US-Dollar erreichen.

Was ist Recommerce GENAU?

Auch wenn wir die „Kurzfassung“ bereits in der Einleitung abgedeckt haben, gibt es Recommerce in mehreren Formen:

  • Wiederverkauf/Retouren
  • Aufbereitung (Refurbishment)
  • Upcycling

Der entscheidende Punkt: Die Ware wurde bereits verkauft und letztlich genutzt.

Wiederverkauf/Retouren

Technisch gesehen kannst du Waren zurückerhalten, die nicht benutzt wurden – aber sie wurden verkauft. In manchen Fällen, wenn etwas „aus Versehen“ bestellt und zurückgeschickt wurde, ohne dass es erkennbar geöffnet wurde, kannst du es wieder einlagern und als neu verkaufen. Wenn die Verpackung jedoch geöffnet wurde, fährst du am besten damit, deinen Kund:innen ausschließlich neue Ware zu liefern. Alle anderen Rücksendungen – geöffnete Pakete, defekte Artikel und so weiter – fallen unter Retouren, und du würdest diese nicht als neu verkaufen.

Das heißt aber nicht, dass du sie nicht verkaufen kannst. Im Gegenteil: Diese Waren haben weiterhin einen Wert (manchmal nahe 100% des ursprünglichen Werts) – und in den meisten Fällen gibt es dafür auch einen Markt.

Aufbereitung (Refurbishment)

Refurbishment bedeutet, Produkte wieder in einen Zustand zu versetzen, in dem sie nutzbar sind – und zwar auf einem Standard, der dem Zustand entspricht, in dem sie ursprünglich verkauft wurden. Dazu können optische Aufwertungen ebenso gehören wie Reparaturen und der Austausch bestimmter Teile. Dieser Bereich ist besonders bei Konsumgütern und Elektronik verbreitet.

Der Einkauf defekter Produkte kann extrem lukrativ sein, wenn du Erfahrung mit Reparaturen hast. Du kannst Artikel instand setzen und mit einem attraktiven Gewinn weiterverkaufen. Bei Produkten, die zu teuer in der Reparatur wären, kannst du sie zerlegen und entweder die Teile mit Gewinn verkaufen oder sie nutzen, um andere Geräte zu reparieren. Im Jahr 2025 skaliert Refurbishment und Elektronik-Recommerce rasant – unter anderem durch strukturierte Trade-in-Programme großer Händler und Hersteller.

recommerce
Techniker oder Ingenieur zerlegt Komponenten eines defekten Smartphones und nimmt das Logic Board zur Reparatur heraus oder ersetzt ein neues Smartphone-Logic-Board am Schreibtisch

Upcycling

Upcycling ist ähnlich wie Refurbishment, hat aber ein paar wichtige Unterschiede. Beim Upcycling werden ältere, gebrauchte Produkte oft so verbessert, dass sie über ihren ursprünglichen Verkaufszustand hinaus aufgewertet werden. Ein Beispiel: Eine alte Kommode wird in Hochglanz lackiert statt wie ursprünglich gebeizt. Danach kommen vielleicht neue Füße und Griffe dazu, eventuell Innenunterteilungen – und schon hast du aus einem alten Produkt im Grunde ein neues gemacht.

Upcycling kann auch bedeuten, mehrere alte Gegenstände so zu kombinieren, dass ein neues Produkt entsteht. Zum Beispiel: den Flügel eines alten Flugzeugs nehmen, alte oder neue Tischbeine montieren und daraus einen neuen Schreibtisch bauen. Ein echtes Highlight!

So funktioniert Recommerce

Es gibt zwei Hauptmethoden, um eine Recommerce-Strategie umzusetzen. Die wichtigste ist, für dein bestehendes Business einen Recommerce-Kanal aufzubauen.

Bestehende Händler

Das ist ideal für alle, die Retouren abwickeln und Produkte haben, die sich weiterverkaufen lassen. Je nach Marke kannst du diesen Recommerce-Kanal direkt in deinem bestehenden Shop anbieten, über einen zweiten „Outlet“-Shop, über Drittanbieter-Marktplätze oder über Drittanbieter.

Wenn deine Marke „High-End“ ist, möchtest du das in der Regel nicht direkt auf deiner Hauptseite anbieten, weil es die Marke entwerten kann. Auch wenn manche Premium-Marken gar nicht an Recommerce teilnehmen, gilt das als verschwenderische Praxis. High-End-Marken mit einem aktiven Recommerce-Kanal werden dagegen oft als nachhaltiger und umweltbewusster wahrgenommen.

Bei Low- bis Mid-Tier-Marken, in denen ein großer Teil der Shops angesiedelt ist, kannst du einen „Sale/Outlet“-Bereich auf deiner Website anbieten oder eine Taktik wie bei Amazon nutzen: Du bietest auf der Haupt-Produktseite neben Neuware auch B-Ware/Retouren als alternative Optionen an. Das ist eine starke Strategie, um den Produktumsatz zu maximieren – und du musst keinen zweiten Shop eröffnen, wodurch du Gebühren für Preispläne sparst.

Methoden für E-Commerce bei bestehenden Händlern

  • Direkt im Hauptshop (Sale-/Outlet-Bereich)
  • Direkt in deinen Produktlistings (Neu/Gebraucht im Amazon-Stil)
  • Über einen separaten Outlet-Shop

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Neue Händler

Für neue Händler, die direkt mit Recommerce starten, ist ein Shopify-Shop eine hervorragende Basis, um diese Verkaufsmethode zu nutzen. Wenn du gebrauchte Produkte aus unterschiedlichen Kanälen beschaffst, kannst du sie weiterverkaufen, aufbereiten oder upcyceln und anschließend in einem optisch starken Shop anbieten, um ihr Wiederverkaufspotenzial zu maximieren. Eine eigene Garantie kann zusätzlich Vertrauen schaffen und dich als kompetenten und verlässlichen Händler positionieren.

Du kannst den Wert weiter steigern, indem du Content in deinem Shop veröffentlichst, der deine Expertise zeigt. Den Katalog mit neuen Produkten zu ergänzen und dabei Upsells zu nutzen, ist eine weitere Möglichkeit, dein Angebot zu stärken und den Umsatz zu maximieren.

Die Produktbeschaffung kann zeitaufwendig sein. Wenn du also in größerem Volumen arbeiten möchtest, kannst du Postenware von Händlern beziehen, die nicht aktiv im Consumer-Recommerce mitmischen wollen. Im Jahr 2025 bietet Shopify spezielle Recommerce-Apps und Funktionen, die es einfacher denn je machen, Trade-in-Programme, Buyback-Systeme und Resale-Marktplätze direkt im eigenen Shop aufzusetzen.

Die Marktchance

Die Recommerce-Branche boomt. Der US-Recommerce-Markt soll bis 2025 voraussichtlich 64,29 Milliarden US-Dollar erreichen und jährlich um 11,2% wachsen. Allein der globale Secondhand-Mode-Markt soll bis 2029 auf 367 Milliarden US-Dollar steigen – mit einem Wachstum, das 2,7-mal schneller ist als der allgemeine Einzelhandelsmarkt. Das ist eine enorme Chance für neue wie auch bestehende Händler.

Das Wachstum wird durch das Konsumverhalten getrieben. 2024 kaufen oder verkaufen 85% der Käufer:innen regelmäßig Secondhand-Artikel, und die jüngere Generation treibt den Trend besonders stark voran: 83% der Gen-Z-Konsument:innen haben Secondhand-Mode gekauft oder zeigen Interesse daran. Es geht dabei nicht nur ums Sparen – 62% entscheiden sich aus Nachhaltigkeitsgründen für Resale. Damit ist Recommerce sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch eine kluge Geschäftsentscheidung.

Zusammenfassung

Recommerce – entweder als zusätzlicher Kanal für ein bestehendes Unternehmen oder als neues Startup – ist eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu generieren. Dabei gibt es Aspekte, die du berücksichtigen solltest, wie du dieses Kanal-Erlebnis im Einklang mit deiner Marke umsetzt, etwa Markenschutz und Markenfit.

Wenn du ein Unternehmen bist, das Produkte hat, die nicht weiterverkauft werden, kannst du das leicht lösen – entweder über Consumer-Recommerce, bei dem du den Kanal selbst betreibst, oder über B2B-Recommerce, bei dem du deine gebrauchten Produkte im Grunde im Großhandel abgibst. Ein Punkt, den du dabei im Blick behalten solltest: Wenn du B2B-Recommerce anbietest, verlierst du möglicherweise einen Teil der Kontrolle über die Qualitätssicherung beim Wiederverkauf deiner Markenprodukte. Wenn du den Prozess intern steuerst, kannst du ein deutlich markenkonformeres Recommerce-Erlebnis liefern.

Da der Markt schneller wächst als der klassische Einzelhandel und Konsument:innen nachhaltige Shopping-Optionen immer stärker priorisieren, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um deine Recommerce-Aktivitäten auf Shopify zu starten oder auszubauen.

 

 

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